Zeigmal

Jahresausstellung

Sommer 2007

Die erste Jahresausstellung, die Studierende der FHP selbstständig organisiert hatten, war „metermachen“ und fand statt, als ich grade in Potsdam angekommen war. Zeigmal war der Versuch nach dem ersten Schritt den zweiten zu machen und wurde mit viel Ehrgeiz umgesetzt. Das Team erarbeitete sich ohne jegliche Betreuung und ohne Erfahrungen, was es bedeutet ein solches Event zu bestreiten.

Die Gestaltungsidee ging in diesem Fall nicht von einer phantasievollen Gestalterwelt aus, wie es bei nahezu allen Jahrespräsentationen deutscher Designschulen der Fall ist, sondern ist eine Ableitung aus der Leitsystemidee. Fest stand, dass die Ausstellung von Rundgängen und visuell erkennbaren Leitpfaden geprägt sein sollte und dass sie „Zeigmal“ heißen würde. Daraus entwickelte sich ein Corporate Design aus Wortmarke plus mindestens einem zeigenden Element. Für interne Angelegenheiten waren die Finger, Pfeile oder Zeiger ungerichtet. Für die Kommunikation nach außen hatten sie eine Richtung.

Eine weitere Vorgabe war, dass die verwendeten Medien ihren eigenen Typ erkennbar machen sollten, indem sie ihre „Artgenossen“ überlagerten oder thematisierten. So sollte zum einen verdeutlicht werden, dass es hier um eine Ausstellung von Gestaltern eben dieser Produkte geht, zum Anderen war auch die Nachhaltigkeit von Print-Erzeugnissen ein Thema.

Am deutlichsten wird dieses Prinzip an Plakat, Flyer und Website. Die Plakate wurden auf alte Mega-Light-Poster gedruckt, wobei der Untergrund die Füllung der Pfeile bildete. Dadurch gleicht kein Plakat dem Anderen. Zusätzlich kamen auch hier unterschiedliche Pfeilformen zum Einsatz.

Der Fyler wiederrum erhielt eine Stanzung, wodurch zum Einen der doppelte Nutzen erzielt werden konnte, weil die Restform ebenfalls genutzt wurde, zum Anderen wurden so in den typischen Flyerhaltern die darunter befindlichen Flyer zum Gegenstand der Gestaltung.

Die Website griff das Thema dadurch auf, dass sie sich wie ein Popup über andere Seiten blendete, die dann aus dem Hintergrund durchschienen.

Die Ausstellung warb mehr Geld ein, als die vom Fachbereich organisierte Diplomschau „Applaus“ und wurde ein toller Erfolg. Sie wäre sicher noch toller geworden, hätte es am Ausstellungswochenende nicht geregnet und hätte nicht der gesamte öffentliche Verkehr gestreikt - sicher ein Grund warum ich im nächsten Jahr nocheinmal dabei war.

Leider wurde es versäumt die Ausstellung selber angemessen zu dokumentieren, was angesicht der gewaltigen Umgestaltungsarbeit Schade ist. So sind auch einige andere Medienbeispiele verloren gegangen, wie z.B. der Bahntramfilm. Letztlich bleibt es aber für mich das erfahrungsträchtigste Projekt seit Beginn meines Studiums.

Specifications:
Team: Felix Barthel, Diemut Bart, Kristin Frohnauer, Christoph Köhler.
Werkstätten: Siebdruck, Buchbinderei, Videolabor

Tags: print, web, motion, orga, event