Raumbeschilderung
FH Bielefeld
Frühjahr 2006
Dieser Entwurf für die Raumbeschilderung der FH-Bielefeld entstand im Rahmen des dortigen Typographiekurses und beinhaltet den Einleger für das dortige Raumschildsystem und eine erklärende Infobroschüre. Der Schildentwurf stützt sich auf die These, eine sehr handwerklich arbeitende Gestaltungsschule mit Werkbund-Hintergrund zu repräsentieren und das durch einem spannungsvollen Umgang mit Schriftarten umsetzen zu wollen. Das Fraktur-Revival war 2006 in vollem Gange, weshalb die Herleitung im Nachhinein etwas modisch erscheint. Für Bielefeld bleibt sie mir aber immernoch begründet. Eine Schule, die ihren besten angewandten Kommunikationsdesigner in Rente entlässt und durch eine Theorieprofessur ersetzt, hat eine andere Einstellung zum Design, als die aktuelle Praxis verlangt.
Die Broschüre wurde auf Basis einer inneren Rhetorik entwickelt. Sie wird zunächst von vorn nach hinten geblättert und schildert in diesem Teil die aktuelle Misere. Am Heftrücken angelangt wird die Situation zusammengefasst und eine radikale Veränderung vorgeschlagen. Das Heft muss dann aufgetrennt werden, um auf den bisher verborgenen Innenseiten der Zick-Zack-Falz den Lösungsvorschlag zu erkunden. Im Ganzen entfaltet erkennt man, dass die Motive der Einzelseiten zusammen eine Raumskizze enthalten, wodurch das Heft zur Präsentation auch als Schaubild herhalten kann und danach trotzdem in jedem Beamtenordner abgeheftet werden kann. Dort liegt es mit allen anderen Entwürfen auch heute noch.
Specifications:
Heft (Dummy): Digitaldruck, japanische Broschure ohne Rückenbindung. Umschlag mit Nitrofrotage und Band. Stanzung.
Tags: print, typographie, produktion